Grundschule Arrach/Haibühl
Grundschule Arrach/Haibühl

Unsere dritten und die vierte Klasse waren für eine Woche im Nationalpark Bayerischer Wald. Das Wessely-Haus vermittelt den Kindern vielfältige Naturerfahrungen und die Zielsetzung des Nationalparks.

Abfahrt in Haibühl

Montag

In einem Doppeldeckerbus macht das Reisen viel mehr Spaß. Mit 52 Schul-kindern und vier Betreuern  fuhren wir ins Jugendwaldheim nach Hohenau

im Nationalpark Bayerischer Wald. Es gab auch einige Abschiedstränen, sogar von den Muttis. Nachdem in Hohenau angekommen  jeder sein Zimmer hatte, mussten die Betten bezogen werden. Das war eine echte Herausforderung! Nach dem Mittagessen gingen wir ins Felswandergebiet „Große Kanzel“. Un-

ser Waldführer Günter Gaidies kannte sich gut mit dem Wald und den Tieren aus. Wir sahen sogar, wo  Wildschweine gehaust hatten. . Die großen Felsen waren aus Lavagestein, das es vor Jahrmillionen aus dem Inneren der Erde nach oben getragen hatte. Unsere Waldberge waren vor Urzeiten höher als

die Alpen, erklärte uns Günter.



Waldwipfelweg

Dienstag

Der ganze Tag war dem Nationalpark gewidmet. Besonders interessant fanden wir das Hans-Eisenmann-Haus mit seiner lehrreichen Schau. Dort durften wir viel ausprobieren und über den Nationalpark eine Menge lernen. Danach ging’s zum Baumwipfelpfad. Wir hatten schon viel davon gehört

und waren gespannt. Viele Meter über dem Boden sahen wir die

Baumgipfel schwanken. Einigen von uns wurde dabei etwas mulmig und

gespannt bestiegen wir dann das große „Waldei“, von dem man an manchen Tagen eine Fernsicht bis in die Alpen hat. Nach der Brotzeit aus unserem Lunch-Paket erforschten wir das Tierfreigehege. Unsere Waldführer Heidi, Günter, Theresa, Julia, Nico und  Maxi erklärten uns die Absicht des Nationalparks, Tiere in möglichst naturnaher Umgebung zu zeigen. So entdeckten wir Bären, Wölfe, Luchs, Wisent und verschiedene große Waldvögel wie Uhu und Eule. Der sieben Kilometer lange Rundweg machte

uns ganz schön müde. Zum Glück gab’s am Abend ein leckeres Abendessen mit Hähnchen und Pommes.



Scherbenhütte Köck in Riedlhütte

Mittwoch

Nun wissen wir, was eine „Scherbenhütte“ ist. Florian Köck, der Glasbläser von der Studioglashütte Köck ließ uns miterleben, wie er am heißen Schmelzofen schöne Figuren und Glasgefäße herstellt. Das Glas dazu kommt sind Scherben aus den größeren Hütten der Umgebung.  Florian Köck ließ uns raten, welche Tiere aus den glühenden Glasklumpen entstehen, die er jeweils mit seiner Glaspfeife blies. Leonie Reuel und Tobias Brandl waren am schnellsten und bekamen als Belohnung  kleine Glasfiguren geschenkt, als sie „Gockelhahn“ und „Fisch“ riefen.



Im Labor des Waldjugendheims

Am Nachmittag beschäftigten wir uns mit „Bionik“. Was das ist, wussten wir zunächst auch nicht, aber wir durften basteln, ausprobieren und untersuchen, welche technischen Erfindungen auf Anregungen aus der Natur zurückgehen. Unsere Mama wird sich freuen, wenn eines Tages alle Fenster mit einer Schicht überzogen sind, die es überflüssig macht,

sie zu reinigen. Man nennt das den „Lotus-Effekt“. Viele Pflanzen und Blätter haben eine Oberfläche, an der Schmutz und Wasser spurlos abperlen. Wir konnten das an den Blättern des Weihnachtssterns oder der Gartenkresse ausprobieren. Unter dem Mikroskop sahen wir, wie Wasser und Reibestaub ohne Rückstand abliefen. Das war schon spannend. Daneben probierten wir aber auch aus, warum Getreidehalme das Gewicht der Ähren aushalten und was die Bautechnik davon gelernt hat. Ja selbst gewöhnliche Wellpappe funktioniert nach einem Bauplan der Natur.



Mit Spiegeln als "Raupe"

Donnerstag

Am Vormittag erkundeten wir mit unserer Waldführern die schöne Umgebung des Waldjugendheims. Jede Klasse hatte einmal abends ein Lagerfeuer anzünden dürfen. Wir sangen Lieder und hörten gruslige Gespenstergeschichten. Das Heim hat aber auch einen neuen Anbau für junge Forscher  und einen geräumigen Wintergarten für Spiele, wenn es draußen einmal schlechtes Wetter hat. Es gibt aber auch zwei Teiche, wo man die Wasserlebewesen kennen lernen kann. Am Donnerstag hatten unsere Betreuer Spiele vorbereitet, die so vielsagende  Namen wie „Försterspiel“, „Eichhörnchenspiel“, „Wolfsjagd“, oder „Luchsspiel“ trugen.

In jedem dieser unterhaltsamen Spiele sollten wir Eigenarten des jeweiligen Tierart erleben. Das hat richtig Spaß gemacht.



Der Weg zum Lusen

Langsam ging die Woche zu Ende und ein Höhepunkt war eine Wanderung zum Lusen, der mitten im Nationalpark liegt und an unser Nachbarland Tschechien grenzt. Von dem Ort Waldhäuser aus, der durch den Salzhandelsweg entstanden ist, ging es  auf dem  „Goldenen Steig“  entlang bergauf. Wo einst Salzkaravanen nach Tschechien zogen und gefährliche Räuber die Händler überfallen hatten, wanderten wir entlang. Plötzlich wurde der Wald lichter und zwischen abgestorbenen Baumriesen wuchsen viele junge Bäume. Der Borkenkäfer kann also den Wald nicht vernichten. Waldführer Günter erzählte uns die schaurige Geschichte von dem Mann aus Waldhäuser, der einst seinen besten Freund im Rausch erschlug. Um seine Tat zu sühnen, baute er in mühevoller Arbeit

die „Himmelstreppe“ ganz aus Stein, die uns heute noch den Aufstieg erleichtert. Jetzt sahen wir schon den Gipfel und das Kreuz. Doch wir mussten noch über ein weites Gesteinsfeld, das mit gelben Flechten bedeckt ist. Auch dazu gibt es eine Teufelssage, die gruslig ist. Die Wahrheit ist aber, dass der ständig wehende Wind auf dem Lusen das Erdreich abgetragen hat, sodass dort kein Pflänzchen mehr wachsen kann. Jedenfalls wurden wir für unsere Mühe mit einer tollen Aussicht belohnt bis weit nach Tschechien und  Österreich hinein.



Letzter Abend

Freitag

Am letzten Abend in Hohenau gab es einen lustigen Spieleabend mit Gesang und guter Laune. Am Morgen mussten wir unsere Zimmer in Ordnung bringen und alles einpacken.

Jeder freute sich darauf wieder nach Hause zu kommen und die Eltern und Geschwister zu sehen. Zu erzählen gab es ja viel und jeder ist auch stolz darauf, dass es es einmal eine Woche alleine und ohne Eltern ausgehalten hat. Und nun beginnen ja auch die lang ersehnten Pfingstferien.

(Fotos wurden uns freundlicherweise von Regina Pfeffer zur Verfügung gestellt.)

Interview mit unseren Betreuern

Die dritte und vierte Klasse auf Klassenfahrt nach Hohenau

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